„Ein CoA lesen: Welche Angaben zählen wirklich?"
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Ein CoA lesen: Welche Angaben zählen wirklich?
Praxis | Dokumentation | 5 Min. Lesezeit
Ein Analysezertifikat (Certificate of Analysis, CoA) enthält oft mehr Zahlen, als auf den ersten Blick verständlich sind. Diese Übersicht ordnet ein, welche Angaben tatsächlich Aussagekraft haben.
Die vier Kernangaben
- Chargen-/Lot-Nummer – Ohne eindeutige Zuordnung zur konkreten Produktcharge ist ein CoA wertlos, da es sich auf eine beliebige andere Charge beziehen könnte.
- Reinheitswert mit Methode – Ein Prozentwert ohne Angabe der Analysemethode (z. B. "HPLC, 220 nm, C18-Säule") lässt sich nicht einordnen. Seriöse CoAs nennen die Methode.
- Molekulargewicht/Massenspektrometrie-Ergebnis – Bestätigt die Identität, nicht nur die Reinheit. Beide Werte gehören zusammen betrachtet.
- Ausstellendes Labor – Ein unabhängiges Drittlabor hat eine andere Aussagekraft als eine interne Herstellerprüfung. Beides kann legitim sein, sollte aber unterscheidbar bleiben.
Ein häufiges Missverständnis
Ein CoA bestätigt Reinheit und Identität einer chemischen Substanz. Es trifft keine Aussage über biologische Wirksamkeit, Stabilität nach Rekonstitution oder Sicherheit – das sind eigenständige Fragestellungen, die ein Reinheitszertifikat nicht beantworten kann und soll.
Worauf man beim Vergleich achten sollte
Wenn zwei Anbieter denselben Reinheitswert ausweisen, aber nur einer die Analysemethode, das Datum und das ausstellende Labor nennt, ist das kein gleichwertiger Nachweis – auch wenn die Prozentzahl identisch aussieht.
Fazit
Ein CoA ist nur so aussagekräftig wie seine Vollständigkeit. Chargen-Nr., Methode, Messwerte und Ausstellungsquelle gehören zusammen gelesen – nicht als isolierte Prozentzahl.